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3. Merkmale einer integrierten Persönlichkeit Eine Hilfe für die Integration unserer Persönlichkeit kann das Wissen der Tiefenpsychologie von den vier Grund-Persönlichkeitsstrukturen sein. Der bekannte Psychoanalytiker Fritz RIEMANN beschreibt in seinem Buch: Die Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie einzigartig - auch für den Laien sehr plastisch und leicht verständlich - an vielen Fallbeispielen aus seiner jahrelangen therapeutischen Praxis diese vier Grund-Persönlichkeitsstrukturen und die damit in Zusammenhang stehenden Lebensprobleme und -ängste. Zum besseren Verständnis greift er auf vier mächtige universelle Impulse zurück, denen auch unsere physikalische Welt gehorcht. Drittens hält die Schwerkraft unsere Welt quasi zusammen - richtet sie zentripetal nach innen zur Mitte aus und hat somit etwas von einem festhalten- und anziehenwollenden Sog. Viertens gibt es noch die Fliehkraft - sie strebt zentrifugal, die Mitte fliehend, nach außen; sie drängt in die Weite und hat etwas von einem loslassen- und sich-lösen-wollenden Zug. Auch diese beiden Tendenzen sind zugleich gegensätzliche als auch sich ergänzende Prinzipien. Stellen wir sie mal in einem bildlichen Zusammenhang dar:
Übertragen wir diese vier universellen Prinzipien auf das Menschlich-Psychologische, so stellen diese vier Impulse vier verschiedene menschliche Strebungen oder Arten des In-der-Welt-Seins dar.
Einseitig bzw. überwertig gelebt, deutet dieses Streben auf eine Angst vor dem Gegenteil hin, nämlich auf die Angst vor der Abhängigkeit, vor Ich-Verlust; Angst vor Selbsthingabe und emotionalem Nahkontakt; Angst vor Nähe.
Einseitig bzw. überwertig gelebt, deutet dieses Streben wiederum auf die Angst vor dem Gegenstreben hin:
Angst vor der Selbstwerdung, der Ungeborgenheit; Angst vor Isolation und Einsamkeit. Der Anziehungskraft oder Schwerkraft entspricht das menschliche Streben nach Dauer, Sicherheit, Beständigkeit und Endgültigkeit. Dies spiegelt sich wieder in unserem Bedürfnis nach Ordnungen, Regeln und Gesetzen; wir wollen planen, zielstrebig sein und uns an den Notwendigkeiten des Lebens orientieren. Die Einseitigkeit bzw. Überwertigkeit dieses Strebens bedeutet Angst vor der Wandlung, der Unsicherheit, der Vergänglichkeit; Angst vor Fehlerhaftigkeit und Lebendigkeit (Spontaneität).
Einseitig bzw. überwertig gelebt, deutet es wieder auf die Angst vor dem Gegenteil hin: auf die Angst vor der Endgültigkeit, der Notwendigkeit und Unfreiheit; Angst vor Regeln, Gesetzen und Verbindlichkeiten.
Das jeweilige Überwertigwerden einer dieser vier Strebungen führt zu vier Persönlichkeitsstrukturen, d.h. zu vier
verschiedenen Arten des In-der-Welt-Seins, an denen wir alle mehr oder weniger Anteil haben. Eine reine Form einer einzelnen Struktur kommt in der Praxis wohl nicht vor, sondern wir können beobachten, wie unsere Charakterstruktur ein Gemisch aus diesen vier Grundstrukturen ist mit einer besonderen Betonung von vielleicht einer oder zwei, die im Vordergrund stehen.
Die Begriffsbezeichnungen der vier Strukturen stammen aus der tiefenpsychologischen Neurosenlehre; der Gebrauch hat sich aber auch für den so genannten Gesunden eingebürgert und meint hier die weniger zugespitzte oder weniger extreme Form, sondern mehr die allgemeinmenschlichen Daseinsformen, die wir alle - mehr oder weniger - an uns kennen. Der in seiner Entwicklung weniger Gestörte wird im allgemeinen mit seinen Ängsten besser umgehen können, während der in seiner Entwicklung tiefer Gestörte, seine Ängste sowohl intensiver als auch häufiger erlebt, und bei dem eine oder auch zwei der vier Grundängste wohl das Übergewicht haben werden. Natürlich spielt bei unserer seelischen Entwicklung neben dem Umwelteinfluss auch unsere mitgebrachte Anlage (= Entwicklungsstand aus den vorangegangenen Inkarnationen) eine Rolle. Diese beiden jedenfalls - unsere Anlage und unsere soziale Lerngeschichte - prägen unsere derzeitige Persönlichkeit und verleihen ihr bestimmte strukturelle Züge. Die aus früheren Inkarnationen mitgebrachte psychische Anlage, die Umwelt unserer Kindheit mit den Persönlichkeiten unserer Eltern und Erzieher, sowie die Gesellschaft mit ihren Spielregeln, Werten und Normen, in die wir hineingeboren werden, mögen durchaus schicksalhaft sein, aber die zunächst schicksalhaft ungenügend entwickelten, vernachlässigten, fehlgeleiteten oder unterdrückten Teilaspekte unserer Persönlichkeit können und müssen wir nachentwickeln, zugunsten jener reifen oder harmonischen Ganzheit, die wir eine “ integrierte Persönlichkeit” nennen. Das aber ist nur ein Teilschritt – wenn auch ein sehr wichtiger – auf dem Weg zu unserem HÖHEREM SELBST. |
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4. Entwicklungsarbeit: Unbewusste versus bewusste Entwicklung Verläuft die Entwicklung schon bewusst, kann das Wissen aus Transpersonaler bzw. Esoterischer Psychologie bzw. der Yoga-Wissenschaft gezielt genutzt werden, das heißt: … es wird schon an der Integration von Persönlichkeit und SEELE gearbeitet = Benutzung der dreifachen Persönlichkeit als Ausdrucksinstrument für die geistige Absicht der SEELE = kontinuierliche Steigerung der Dienstleistungskompetenz. Während dieses Zeitraumes kommt man immer mehr unter den Einfluss seines GEISTIGEN SELBSTES und ist zunehmend dem WACHSTUMSGESETZ DES GEBENS
unterworfen. (6. Chakra = wahrnehmen, erspüren, intuitiv erfassen eines höheren Ganzen, es (an-) erkennen und sein Leben und Verhalten danach ausrichten; überpersönlicher, transpersoaler Austausch mit anderen – integrale, transpersonale Verknüpfung; offen sein für Einflüsse von außen (vonallen Beteiligten) und diese unterschiedlichen Strebungen und Strömungen zum Besten des höheren Ganzenstimmig integrieren). Diese bewusst geleistete Arbeit an sich selbst ist dann eine zweifache: Schattenbearbeitung und Meditation gleichgewichtig nebeneinanderunter Einbezug von dafür geeignete Methoden, wie etwa psychologische Selbsterfahrungstechniken, Yoga oder das Wissen über Feinstoff, Energievorgänge und Chakras (siehe dazu Esoterische Psychologie). 4.1 Durch psychologische Selbsterfahrung zu unserem HÖHEREN SELBST (Anlehnung an Ken WILBER) Wir hatten ja gesehen, dass es im 1. Schritt der Bewusstseinsentwicklung zu einer integrierten Persönlichkeit, d. h. zur Entstehung eines rationalen ICH gekommen sein muss (durch die Bedürfnisbefriedigung der Persönlichkeit und damit durch die Auseinandersetzung mit der Um-Welt). Der große integrale Denker Ken WILBER entwirft mit seiner Integralen Psychologie ebenfalls ein Modell der Bewusstseinsentwicklung in dem er den Menschen als ein sich entwickelndes Bewusst-Sein ansieht. Auch nach diesem Modell entwickelt sich das Bewusstsein über mehrere Ebenen („Große Kette des Seins“), mit jeweils mehreren Unterebenen, vom Unbewussten (prä-rational) zum (Selbst-)Bewusstsein (rational) zum Über-Bewusstsein (trans-rational). Auf jeder Ebene hat der Mensch spezielle Formen ,die Umwelt wahrzunehmen und kognitiv zu verarbeiten. Menschen auf prä-rationalen Bewusstseinsebenen haben die rationalen Fähigkeiten noch nicht entwickelt (z.B. rationales Denken, Fähigkeit zur Dezentrierung, soziale Funktionsfähigkeit, soziale Verantwortung, etc.). Da aber auch sie zu der Seele (noch!) Zugang haben, können sie bedingt trans-rationale Sachverhalte wahrnehmen, allerdings durch ihre geringe Bewusstseinsentwicklung nur verzerrt. Außerdem stehen ihnen noch keine ausreichend rationalen Fähigkeiten für eine angemessene Interpretation zur Verfügung! Wenn die psychische Entwicklung bzw. die Bewusstseinsentwicklung normal verläuft, übernimmt das rationale ICH immer mehr die Führung, und die anfängliche bruchstückhafte Verbindung zum HÖHEREN SELBST wird in den Hintergrund gedrängt und unbewusst – sie wird erst wieder wichtiger, wenn der Mensch trans-rationale Entwicklungsebenen erreicht. Die Identifizierung mit diesem „Zeugen“ stellt dann den Höhepunkt der individuellen Bewusstseinsentwicklung dar. Das durchschnittliche Bewusstsein in den Industriegesellschaften Westeuropas befindet sich auf den personalen/rationalen Ebenen mit dem Schwerpunkt D-5 (Wilber), wodurch das allgemeine Unverständnis dieser Menschen für prä- und transrationale Ebenen gut erklärbar wird. Menschen auf trans-rationalen Ebenen haben bereits die rationalen Fähigkeiten entwickelt, doch anstatt sich mit ihnen zu identifizieren, stehen sie ihnen, da sie von einer höheren Ebene aus als entferntes Selbst integriert wurden, als Funktionen zur Verfügung. Daher unterscheiden sich weise, reife Menschen qualitativ extrem von Kindern, Naturvölkern, religiösen Eiferern und Psychotikern, obwohl beide Gruppen nicht-rational reagieren. Menschen, die in ihrer Selbstentwicklung genau dazwischen, nämlich auf den rationalen Ebenen stehen, haben oftmals Probleme, prä- und transrationale Phänomene richtig zuzuordnen, da sie durch die Verdrängungsschranke, die das rationale ICH von Über- und Unterbewusstsein trennt, normalerweise keinen eigenen Zugang zu diesen Inhalten haben. In der Psychotherapie äußert sich diese Prä/Trans-Verwechslung im Verwechseln von Psychosen und spirituelle Krisen, obwohl es klare Kriterien zur Unterscheidung gibt. Wie man in der nachfolgenden Tabelle sehen kann, können bei der (Bewusstseins-) Entwicklung des Menschen diverse Komplikationen auftreten, weswegen für deren Überwindung eine stimmige Differentialdiagnose wichtig ist, denn durch die herrschende Prä/Transverwechslung kommt es immer wieder zu tragischen Fehleinschätzung: Menschen mit psychotischen oder psychoseähnlichen Symptomen werden fälschlicherweise als Mystiker und Heilige und Menschen mit transpersonalen Erfahrungen als Psychotiker eingeordnet, was dann wiederum zu Anwendung völlig falscher Therapiemaßnahmen führt. Die Pathologien der transpersonalen Ebenen gehören noch nicht in den Katalog der Richtlinientherapie, müssen also durch geeignete spirituelle Selbsterfahrungsangebote angegangen werden. |
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Tabelle: Bewusst-Seins-Entwicklung in Anlehnung an Ken WILBERs Integraler Psychologie |
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